Trip zum Kanupark in Markkleeberg

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Schon viel diskutiert und kommentiert: von Pumpen betriebene Wildwasserkanäle auf dem Flachenland. Für den mit wenig natürlichem Wildwasser gesegneten deutschen Norden allerdings die einzige Möglichkeit auf die Schnelle Wasser unters Boot zu bekommen. Kai Kelleter war in Markkleeberg bei Leipzig vor Ort und hat den Kanal einmal getestet.

Markkleeberg Wildwasserkanal

Am 28 Juni war ich zum ersten mal auf der künstlichen Wildwasseranlage in Markkleeberg. Obwohl ich Wildwasser Kanälen die zum Betrieb auf Pumpen angewiesen sind ablehnend gegenüber stehe, hat mich die Verzweiflung (wohne seit 7 Monaten im WW abstinenten Berlin) zu diesem Schritt gebracht.

Der Kurs liegt im Gebiet eines ehemaligen Braunkohletagebergbau das vollkommen kahl und öd ist.
Der Kanupark besteht aus 2 verschiedenen Kanälen (130 bzw. 270 m lang) von dem nur der längere in Betrieb war und mit 12m3 Wasser versorgt wurde.
Der Kurs ist in U-Form angelegt und der Transport von End-Becken zu Start-Becken erfolgt über ein Transportband.

Direkt zum Start eine kleine Enttäuschung: Das Transportband ist nicht in Betrieb und wir müssen nach jeder Runde die Boote hochtragen: Bei 270m Streckenlänge ein wenig nervend.
Das Wasser ist aber super sauber und angenehm temperiert (zumindest ende Juni).
Der Kurs bietet einige Wellen und Walzen zum Spielen. Leider sind die meisten Stellen zu flach um wirklich von gutem Spielpotenzial zu sprechen. Aber zum Spinnen und für den gelegentlichen Blunt reicht es.
Bei dem Einbau der Hindernisse stand die Erstellung von Spielstellen nicht auf der Liste: Der Kurs ist für Slalomfahrer und Rafter gebaut. So finden sich unmittelbar nach der ersten Welle weitere Unterwassereinbauten, die einem den Spaß am Spot verderben. Bei jeder Kenterung droht ein schmerzhafter Kontakt mit den Abweisern.
Lediglich die zwei größeren Stufen im Kanal haben richtig Tiefes Wasser und eignen zum üben von Freewheels und Loops.

Sweet Markkleeberg

Das flache Wasser wurde mir dann auch noch zum Verhängnis: Fröhliche kerzend schlägt das Boot gegen ein Einbau-Hindernis, ich kentere und Schlage mit Wucht auf einen der Betonsockel auf denen die künstlichen Einbauten befestigt werden. Der Schlag ist überraschend hart. Bei der Begutachtung meines Sweets stelle ich fest, dass auf einer Größe, mit dem Durchmesser einer Euro Münze, ca. 1mm Helm abgeschliffen wurde.
Ich bin überrascht, wie rau der Beton gestaltet ist. Jetzt versteh ich auch den Paragraph in den Nutzungsbedingungen der sagt: ausreichende Neoprenbekleidung zur Verhinderung von Schürfwunden an Gliedmaßen ist Pflicht.

Raft Markkleeberg

Während des ganzen Tages musste wir uns den Kanal mit den Raftern teilen. Wobei Teilen nicht das richtige Wort ist: Wir haben zwischen den Rafts gepaddelt. Das bedeutet in Markkleeberg ca. alle 2 Minuten ein Raft.
Der Kurs ist gut geeignet für den fortgeschrittenen Paddler um sich im Spielboot auf WW auszutoben.
Für Paddler ohne sichere und schnelle Rolle wird das Paddeln schnell zur schmerzhaften Erfahrung.
Persönlich gehe ich davon aus, dass der Trip nicht mein letzter Sündenfall sein wird. Es hat einfach zuviel Spaß gemacht. Sonnenschein und WW in nur 2,5 Stunden Entfernung von Berlin.

Der Kanal in der Flussdatenbank>>

Anmerkungen der Redaktion: Der Kanupark ist Fretag/Samstag/Sonntag geöffnet und eine Stunde Wildwassersport kostet 15€. Näheres im Web-Tipp.

Text: Kai Kelleter

Web-Tipp: Kanupark Makkleeberg

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